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Pressemitteilung vom 05.09.2010
Schüler Union Gießen fordert Freiwilligkeit statt Zwang und spricht sich für Aussetzung der Wehrpflicht und Stärkung der Freiwilligendienste aus
Die Schüler Union Gießen (SU) spricht sich für die Aussetzung der Wehrpflicht aus und schlägt in ihrem Konzept „Veränderungen
zulassen. Zukunft gestalten.“ Maßnahmen vor, um den damit verbundenen Auswirkungen zu begegnen. Nach Auffassung der
Schüler Union Gießen ist die sicherheitspolitische Notwendigkeit der Wehrpflicht nicht mehr gegeben. Weiter kritisiert
die SU die momentane Dienstungerechtigkeit.
Der Kreisvorsitzende der SU, Christopher Lipp, erklärt: „Es darf keine Entscheidung über die Wehrpflicht allein nach
Kassenlage geben. Wir müssen uns aber Gedanken machen, ob der durch die Wehrpflicht gegebene Eingriff in das Leben junger
Menschen vor dem Hintergrund der aktuellen sicherheitspolitischen Lage noch zu verantworten und überhaupt sinnvoll ist!
Die Schüler Union Gießen spricht sich zwar für die Aussetzung der Wehrpflicht aus, wir wollen aber die Bedeutung und
Anerkennung eines freiwilligen Dienstes junger Menschen für unseren Staat und unsere Gesellschaft erhöhen und diesen
attraktiver machen!
Auch darf man, wenn über die Wehrpflicht diskutiert wird, die Auswirkungen auf den Sozialbereich im Rahmen des Ersatzdienstes
nicht ausblenden. Die Verkürzung der Wehrpflicht auf sechs Monate halten wir daher als Einzelmaßnahme für völlig verfehlt!“
Anstelle eines Pflichtdienstes setzt sich die Schüler Union für einen freiwilligen Wehrdienst ein und möchte auch die
Attraktivität der freiwilligen Dienste im Sozial- oder Umweltbereich erhöhen.
„Die Attraktivität eines freiwilligen Dienstes kann nicht nur über die Bezahlung erhöht werden, sondern steigt vor allem
durch eine stärkere Anerkennung und Achtung in unserer Gesellschaft sowie in Studium, Ausbildung oder Beruf. Natürlich
brauchen wir auch Maßnahmen, wie zum Beispiel verkürzte Wartezeit für ein Studium, attraktive Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen
oder beispielsweise ein bezahlter Führerschein bei der Bundeswehr“, so Lipp.
Um bereits während der Schulzeit eine Grundlage für staatsbürgerliches Engagement und ein gesellschaftliches Bewusstsein zu
legen, fordert die Schüler Union Gießen, dass zukünftig alle Schüler ein verpflichtendes Sozialpraktikum im Rahmen der
bisherigen Schulpraktika ableisten sollen.
„An einigen Schulen in Hessen ist bereits jetzt ein so genanntes Sozialpraktikum fester Bestandteil. Die daraus gewonnenen
Erfahrungen und Eindrücke, beispielsweise im Umgang mit älteren Menschen oder Menschen mit Behinderung, sind enorm wichtig
für alle Schüler und prägen sie im sozialen und zwischenmenschlichen Umgang. Wir halten daher ein verpflichtendes
Sozialpraktikum für einen wichtigen Grundpfeiler einer solidarischen Gesellschaft“, so Lipp abschließend.
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